Wann lohnt sich eine vollständige Neugestaltung der Intralogistik?

Marko Schepper ·
Modernes Lagerhaus im Wandel: veraltete manuelle Regale und Gabelstapler neben automatisierten Fördersystemen und Hochregallagern.

Eine vollständige Neugestaltung der Intralogistik lohnt sich, wenn bestehende Strukturen die betrieblichen Anforderungen grundlegend nicht mehr erfüllen und gezielte Optimierungen keine nachhaltige Verbesserung bringen. Das gilt besonders für Unternehmen, die stark gewachsen sind, neue Geschäftsmodelle eingeführt haben oder deren Lagerprozesse auf veralteter Technik und manuellen Abläufen basieren. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die Situation in Ihrem Betrieb einzuordnen.

Welche Anzeichen zeigen, dass die Intralogistik grundlegend veraltet ist?

Veraltete Intralogistik erkennen Sie daran, dass Ihre innerbetrieblichen Prozesse trotz wiederholter Anpassungen dauerhaft ineffizient bleiben: lange Kommissionierzeiten, hohe Fehlerquoten, unklare Lagerstrukturen oder ein Materialfluss, der nicht mehr zum tatsächlichen Warenaufkommen passt. Wenn Mitarbeitende regelmäßig improvisieren müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, ist das ein klares Signal.

Konkrete Anzeichen, die auf grundlegenden Handlungsbedarf hinweisen:

  • Die Lagerkapazität ist dauerhaft ausgeschöpft, obwohl das Sortiment nicht gewachsen ist
  • Transportwege innerhalb des Lagers sind unnötig lang oder kreuzen sich häufig
  • Bestandsdaten stimmen nicht mit der physischen Realität überein
  • Neue Produkte oder Auftragsstrukturen lassen sich kaum in den bestehenden Ablauf integrieren
  • Die Fehlerquote bei der Kommissionierung bleibt trotz Schulungsmaßnahmen hoch
  • Mitarbeitende verbringen viel Zeit mit Suchen statt mit Wertschöpfung

Einzelne Schwachstellen lassen sich oft durch gezielte Maßnahmen beheben. Treten jedoch mehrere dieser Punkte gleichzeitig auf, deutet das darauf hin, dass das System als Ganzes nicht mehr trägt.

Was kostet eine vollständige Neugestaltung der Intralogistik?

Die Kosten einer vollständigen Intralogistik-Neugestaltung lassen sich nicht pauschal nennen, weil sie stark von der Betriebsgröße, dem Automatisierungsgrad und dem Umfang der geplanten Maßnahmen abhängen. Für mittelständische Unternehmen bewegen sich Projekte dieser Art häufig im sechs- bis siebenstelligen Bereich, wenn Lagerplanung, Technik und bauliche Anpassungen zusammenkommen.

Relevante Kostenfaktoren sind unter anderem:

  • Planungsaufwand: Datenanalyse, Layoutplanung, logistische Detailplanung und Ausschreibungsunterlagen
  • Technik und Ausstattung: Regalsysteme, Fördertechnik, Lagerverwaltungssoftware oder automatisierte Systeme
  • Bauliche Maßnahmen: Umbau, Erweiterung oder Neugestaltung von Hallenflächen
  • Implementierung und Inbetriebnahme: Schulungen, Testläufe, Übergangsorganisation

Wichtig ist: Eine sorgfältige Lagerplanung mit fundierter Datenanalyse im Vorfeld reduziert das Risiko teurer Fehlentscheidungen. Wer hier spart, zahlt oft später drauf.

Wann reicht eine Optimierung – und wann ist ein Neustart nötig?

Eine Optimierung reicht aus, wenn die grundlegende Struktur Ihrer Intralogistik noch funktioniert und einzelne Prozesse oder Bereiche gezielt verbessert werden können. Ein Neustart ist nötig, wenn das bestehende System strukturell nicht mehr zur Unternehmensstrategie passt oder so viele Einzelmaßnahmen erforderlich wären, dass ein Neuaufbau wirtschaftlich sinnvoller ist.

Als Faustregel gilt: Wenn mehr als die Hälfte der Kernprozesse grundlegend überarbeitet werden müssten, ist eine Gesamtbetrachtung meist effizienter als das schrittweise Flicken einzelner Bereiche. Auch ein bevorstehender Standortwechsel, eine starke Sortimentserweiterung oder der Einstieg in den E-Commerce sind typische Anlässe für einen strukturellen Neustart der Intralogistik.

Eine neutrale Logistikplanung und Optimierung hilft dabei, diese Frage auf Basis von Daten zu beantworten, statt auf Basis von Bauchgefühl.

Wie läuft eine Neugestaltung der Intralogistik ab?

Eine Neugestaltung der Intralogistik folgt typischerweise mehreren aufeinanderfolgenden Projektphasen: von der Bestandsaufnahme und Datenanalyse über die Konzeptentwicklung und Layoutplanung bis hin zur Ausschreibung, Vergabe und schließlich der Umsetzung mit technischer Abnahme. Jede Phase baut auf der vorherigen auf.

Phase 1: Analyse und Konzeption

Am Anfang steht eine gründliche Datenanalyse: Welche Artikel werden wie häufig bewegt? Wie sehen die Auftragsstrukturen aus? Welche Flächen und Ressourcen stehen zur Verfügung? Auf dieser Grundlage entsteht ein Konzept, das die künftigen Anforderungen abbildet und verschiedene Lösungsansätze bewertet.

Phase 2: Planung und Ausschreibung

In der Planungsphase werden Layouts entwickelt, Materialflüsse definiert und technische Anforderungen spezifiziert. Anschließend folgt die Ausschreibung: Anbieter werden verglichen, Angebote bewertet und Vergabeentscheidungen auf einer sachlichen Basis getroffen. Eine herstellerunabhängige Begleitung ist hier besonders wertvoll, weil sie sicherstellt, dass die Lösung zum Bedarf passt, nicht zum Produktportfolio eines bestimmten Anbieters.

Phase 3: Umsetzung und Abnahme

Die Umsetzungsphase umfasst die Baubegleitung, Objektüberwachung und schließlich die technische Abnahme nach FEM-Richtlinien. Erst wenn alle Systeme korrekt funktionieren und dokumentiert sind, gilt das Projekt als abgeschlossen.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Intralogistik-Neugestaltung?

Digitalisierung ist ein zentraler Bestandteil jeder modernen Intralogistik-Neugestaltung. Lagerverwaltungssysteme, digitale Materialflusssteuerung und automatisierte Datenerfassung verbessern die Transparenz, reduzieren Fehler und schaffen die Grundlage für weitere Optimierungen. Wer heute neu plant, sollte digitale Systeme von Anfang an mitdenken, nicht nachträglich integrieren.

Konkret bedeutet das: Ein Lagerverwaltungssystem (LVS) steuert Einlagerung, Auslagerung und Bestandsführung in Echtzeit. Barcode- oder RFID-Systeme sorgen für lückenlose Rückverfolgbarkeit. Und Schnittstellen zu ERP-Systemen ermöglichen eine durchgängige Datenbasis von der Bestellung bis zur Auslieferung.

Wichtig ist dabei, die Digitalisierung nicht als Selbstzweck zu betreiben. Die Frage lautet immer: Welche digitale Lösung passt zu meinen Prozessen und meiner Unternehmensgröße? Eine überdimensionierte Softwarelandschaft kann genauso problematisch sein wie gar keine.

Wer sollte eine Neugestaltung der Intralogistik begleiten?

Eine Neugestaltung der Intralogistik sollte von einem erfahrenen, herstellerunabhängigen Logistikplaner begleitet werden. Herstellergebundene Anbieter haben ein Interesse daran, ihre eigenen Produkte zu empfehlen. Ein neutraler Berater hingegen bewertet alle Optionen nach dem tatsächlichen Bedarf und begleitet das Projekt ohne Interessenkonflikte.

Wichtige Eigenschaften, auf die Sie bei der Auswahl achten sollten:

  • Nachweisliche Erfahrung in vergleichbaren Projekten und Branchen
  • Herstellerunabhängigkeit bei der Beratung und Ausschreibung
  • Kompetenz in der Datenanalyse als Grundlage für alle Planungsentscheidungen
  • Begleitung über alle Projektphasen, nicht nur in der Konzeptphase
  • Transparente Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten

Interne Logistikteams kennen die eigenen Prozesse gut, haben aber selten die Kapazität oder den externen Blick, um ein Projekt dieser Größenordnung vollständig zu steuern. Die Kombination aus internem Wissen und externer Expertise führt meist zu den besten Ergebnissen.

Wie IbH Schepper Sie bei der Intralogistik-Neugestaltung unterstützt

Genau hier setzen wir an. Als herstellerunabhängiger Logistikberater mit über 45 Jahren Erfahrung begleiten wir Unternehmen durch alle Phasen einer Intralogistik-Neugestaltung, von der ersten Analyse bis zur technischen Abnahme. Unsere Leistungen umfassen:

  • Fundierte Datenanalyse als Grundlage für alle Planungsentscheidungen
  • Layoutplanung und logistische Detailplanung
  • Herstellerunabhängige Ausschreibung und Vergabebegleitung
  • Objektüberwachung und technische Abnahme nach FEM
  • Beratung zur Digitalisierung der Intralogistik

Wir arbeiten neutral, präzise und mit dem Ziel, eine Lösung zu entwickeln, die wirklich zu Ihrem Unternehmen passt, nicht zu einem Produktkatalog. Wenn Sie wissen möchten, ob eine Optimierung oder ein vollständiger Neustart für Ihre Situation der richtige Weg ist, sprechen Sie uns gerne an. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf und wir schauen gemeinsam, wo Ihre Intralogistik heute steht und wo sie hingehört.

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