Externe Hilfe bei der Intralogistik ist dann sinnvoll, wenn interne Ressourcen, Fachkenntnisse oder eine neutrale Perspektive fehlen, um komplexe Lager- und Materialflussprozesse weiterzuentwickeln. Das gilt besonders bei Wachstumsphasen, Standortveränderungen, der Einführung neuer Technologien oder wenn bestehende Strukturen spürbar an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, den richtigen Moment zu erkennen und zu verstehen, was externe Logistikberatung konkret leisten kann.
Welche Anzeichen zeigen, dass die Intralogistik an ihre Grenzen stößt?
Wenn Durchlaufzeiten steigen, Fehlerquoten zunehmen oder Lagerkapazitäten dauerhaft ausgereizt sind, sendet Ihre Intralogistik klare Warnsignale. Diese Symptome zeigen, dass bestehende Prozesse, Layouts oder Systeme nicht mehr zum tatsächlichen Bedarf passen und struktureller Handlungsbedarf besteht.
In der Praxis äußern sich diese Probleme oft auf mehreren Ebenen gleichzeitig:
- Mitarbeitende verbringen unverhältnismäßig viel Zeit mit Wegen oder Suchvorgängen im Lager
- Kommissionierfehler häufen sich trotz gleichbleibender Prozesse
- Neue Artikel, Auftragsvolumen oder Lieferanforderungen passen nicht mehr in das vorhandene System
- Investitionen in neue Technik bringen nicht den erhofften Effekt, weil die Grundstruktur nicht stimmt
- Es fehlt ein klares Bild darüber, wie Materialflüsse tatsächlich verlaufen
Wichtig ist: Nicht jedes dieser Anzeichen erfordert sofort eine vollständige Neuplanung. Manchmal reicht eine fundierte Datenanalyse, um gezielte Stellschrauben zu identifizieren. Aber wenn mehrere dieser Punkte gleichzeitig zutreffen, lohnt es sich, externe Expertise hinzuzuziehen.
Was leistet ein externer Logistikberater, was interne Teams nicht können?
Ein externer Logistikberater bringt vor allem drei Dinge mit, die intern schwer zu replizieren sind: eine neutrale Außenperspektive, branchenübergreifende Projekterfahrung und die Kapazität, sich vollständig auf die Analyse und Planung zu konzentrieren. Interne Teams sind oft zu nah am Tagesgeschäft, um strukturelle Schwächen klar zu erkennen.
Das bedeutet konkret: Während interne Logistikverantwortliche häufig zwischen operativem Betrieb und Projektarbeit wechseln müssen, kann ein externer Berater die Logistikplanung systematisch und unabhängig vorantreiben. Dabei spielt Herstellerunabhängigkeit eine zentrale Rolle. Wer keinem Systemanbieter verpflichtet ist, empfiehlt nur das, was wirklich zur Aufgabenstellung passt.
Weitere Vorteile externer Beratung:
- Vergleichswissen aus ähnlichen Projekten in verschiedenen Branchen
- Strukturierte Methoden für Datenanalyse und Bedarfsermittlung
- Klare Trennung zwischen Ist-Zustand, Zielbild und Umsetzungsweg
- Keine internen politischen Abhängigkeiten bei der Bewertung von Prozessen
Bei welchen Projekten ist externe Logistikberatung besonders sinnvoll?
Externe Logistikberatung ist besonders nützlich bei Projekten mit hoher Komplexität, großem Investitionsvolumen oder strategischer Bedeutung für das Unternehmen. Dazu gehören Neubauten, Standortkonsolidierungen, die Einführung von Lagerverwaltungssystemen sowie die Automationsierung von Lagerprozessen.
Im Einzelnen sind das typischerweise folgende Vorhaben:
- Neubau oder Erweiterung eines Lagers: Hier sind Layoutplanung und Materialflusskonzept von Beginn an relevant, damit spätere Fehler nicht teuer werden
- Einführung von Automatisierungstechnik: Fördertechnik, automatische Kleinteilelager oder Sortiersysteme erfordern eine präzise Lagerplanung im Vorfeld
- Restrukturierung bestehender Abläufe: Wenn Prozesse gewachsen sind und niemand mehr den Überblick hat, schafft externe Analyse Klarheit
- Ausschreibung und Vergabe: Wer Angebote von Systemlieferanten vergleichen will, braucht eine neutrale Stelle, die Leistungsbeschreibungen erstellt und Angebote bewertet
- Digitalisierung der Intralogistik: Die Auswahl und Implementierung digitaler Systeme ist ohne fundiertes Prozessverständnis riskant
Wie läuft eine externe Intralogistik-Beratung typischerweise ab?
Eine externe Intralogistik-Beratung beginnt mit einer strukturierten Ist-Analyse und endet je nach Projektumfang mit der Begleitung der Umsetzung bis zur technischen Abnahme. Zwischen diesen Phasen liegen Konzeptentwicklung, Planung, Ausschreibung und Vergabe.
Der typische Ablauf gliedert sich in folgende Phasen:
- Bestandsaufnahme und Datenanalyse: Erfassung von Artikelstammdaten, Auftragsstrukturen, Materialflüssen und Lagerkapazitäten. Je detaillierter diese Phase, desto präziser das Ergebnis.
- Konzeptentwicklung: Auf Basis der Analyse entstehen alternative Konzepte mit Bewertung nach Wirtschaftlichkeit, Umsetzbarkeit und Zukunftssicherheit.
- Layoutplanung: Das bevorzugte Konzept wird in einen konkreten Lagerplan überführt, inklusive Flächennutzung, Wegeführung und Schnittstellendefinition.
- Ausschreibung und Vergabe: Leistungsbeschreibungen werden erstellt, Angebote eingeholt und bewertet, Verhandlungen begleitet.
- Objektüberwachung und Abnahme: Während der Realisierung prüft der Berater, ob Planung und Ausführung übereinstimmen, und nimmt die Anlage nach definierten Kriterien ab.
Woran erkennt man einen qualifizierten externen Logistikberater?
Ein qualifizierter externer Logistikberater zeichnet sich durch Herstellerunabhängigkeit, nachweisbare Projekterfahrung und ein strukturiertes Vorgehen aus. Er stellt zu Beginn mehr Fragen als Antworten, weil er verstehen will, bevor er plant.
Konkrete Kriterien, auf die Sie achten sollten:
- Herstellerunabhängigkeit: Der Berater ist keinem Systemlieferanten verpflichtet und empfiehlt Lösungen ausschließlich nach fachlichen Kriterien
- Referenzprojekte: Erfahrung in vergleichbaren Projekten, idealerweise branchenübergreifend
- Datenbasiertes Arbeiten: Konzepte entstehen auf Basis echter Zahlen, nicht auf Annahmen oder Standardlösungen
- Klare Leistungsbeschreibung: Der Berater kann genau erklären, was in welcher Phase geleistet wird und was nicht
- Wirtschaftliche Stabilität: Zertifizierungen wie das CrefoZert von Creditreform geben Auskunft über Bonität und Verlässlichkeit des Beratungsunternehmens
Vorsicht ist angebracht, wenn ein Berater sehr schnell konkrete Lösungen präsentiert, ohne die Datenlage gründlich analysiert zu haben. Qualität in der Lagerplanung entsteht durch sorgfältige Vorbereitung, nicht durch vorgefertigte Konzepte.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen Logistikberater einzuschalten?
Den Logistikberater so früh wie möglich einzuschalten ist fast immer die bessere Entscheidung. Wer externe Expertise erst dann hinzuzieht, wenn ein Projekt bereits weit fortgeschritten ist, riskiert, dass grundlegende Weichenstellungen bereits falsch gesetzt wurden und nur noch kostspielig korrigiert werden können.
Idealerweise beginnt die Zusammenarbeit in der Konzeptphase, also bevor konkrete Investitionsentscheidungen getroffen werden. Das gilt insbesondere dann, wenn:
- ein Neubau oder Umbau geplant wird und Baugenehmigungen noch nicht beantragt sind
- ein neues Lagerverwaltungssystem eingeführt werden soll und die Prozesse dafür noch nicht definiert sind
- das Unternehmen stark wächst und absehbar ist, dass die bestehende Intralogistik in zwei bis drei Jahren nicht mehr ausreicht
Aber auch mitten in einem laufenden Projekt kann externe Beratung noch nützlich sein, etwa wenn Planungen ins Stocken geraten oder Angebote von Systemlieferanten schwer vergleichbar erscheinen. In solchen Situationen schafft ein neutraler Blick von außen schnell wieder Orientierung.
Wie IbH Sie bei der Intralogistik-Beratung unterstützt
Wir bei IbH Schepper begleiten Unternehmen von der ersten Idee bis zur technischen Abnahme, herstellerunabhängig, datenbasiert und mit über 45 Jahren Projekterfahrung in der Intralogistik. Unser Leistungsangebot umfasst alle relevanten Phasen:
- Strukturierte Datenanalyse als Grundlage jeder Planung
- Materialfluss- und Layoutplanung für neue und bestehende Standorte
- Logistische Detailplanung und Schnittstellendefinition
- Neutrale Ausschreibung, Angebotsbewertung und Vergabebegleitung
- Objektüberwachung und technische Abnahme nach FEM
Wir entwickeln keine Standardlösungen, sondern unternehmensspezifische Konzepte, die zu Ihren Prozessen, Ihrer Struktur und Ihren Zielen passen. Wenn Sie wissen möchten, wie wir Ihr Projekt angehen würden, sprechen Sie uns gerne an. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und wir schauen gemeinsam, wo wir ansetzen können.
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