Wie plane ich die Intralogistik für ein Unternehmen mit stark schwankendem Sortiment?

Marko Schepper ·
Lagerarbeiter mit Klemmbrett vor hohen Regalreihen mit Paletten und Kartons, Gabelstapler im Hintergrund, warmes Bernsteinlicht.

Unternehmen mit einem stark wechselnden Sortiment stehen vor einer besonderen Herausforderung: Die Intralogistik muss heute für Produkte funktionieren, die morgen vielleicht ganz anders dimensioniert, verpackt oder nachgefragt werden. Wer die Intralogistik planen möchte und dabei mit einem schwankenden Sortiment umgehen muss, braucht mehr als eine solide Standardlösung. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die sich verändern können, ohne jedes Mal von Grund auf neu gebaut werden zu müssen.

Dieser Artikel zeigt, worauf es bei der Intralogistikplanung für sortimentsintensive Betriebe ankommt, welche Fehler häufig passieren und wie Sie von Anfang an die richtigen Weichen stellen.

Sortimentsschwankungen als Planungsherausforderung verstehen

Bevor eine sinnvolle Planung beginnen kann, lohnt es sich, die Art der Schwankungen genau zu verstehen. Nicht jede Sortimentsveränderung stellt dieselben Anforderungen an die Lagerlogistik. Es gibt saisonale Schwankungen, bei denen bestimmte Produktgruppen zu bestimmten Jahreszeiten deutlich mehr Platz und Umschlagshäufigkeit benötigen. Daneben gibt es strukturelle Sortimentsveränderungen, etwa durch neue Produktlinien, Marktveränderungen oder veränderte Kundennachfrage.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Volumen-, Gewichts- und Handlingschwankungen. Ein Sortiment kann mengenmäßig konstant bleiben, aber plötzlich sperrigere Artikel umfassen, die andere Lagertechnik erfordern. Wer diese Dimensionen nicht von Anfang an analysiert, plant an der Realität vorbei.

Datenanalyse als Fundament der flexiblen Intralogistikplanung

Eine belastbare Intralogistikplanung beginnt nicht mit dem Lagerregal, sondern mit den Daten. Je ausführlicher die Datenanalyse durchgeführt wird, desto präziser lässt sich das spätere Konzept ausrichten. Das gilt besonders dann, wenn das Sortiment variabel ist, weil die Planung dann nicht auf einem stabilen Ist-Zustand aufbauen kann, sondern auf einem Spektrum möglicher Zustände.

Relevante Datenquellen für die Analyse sind unter anderem:

  • Artikelstammdaten mit Abmessungen, Gewichten und Verpackungseinheiten
  • Historische Bestands- und Bewegungsdaten aus dem Warenwirtschaftssystem
  • Auftragsdaten mit Informationen zu Auftragsstrukturen, Positionen und Lieferfrequenzen
  • Saisonale Schwankungsprofile und geplante Sortimentserweiterungen

Auf dieser Grundlage lassen sich Szenarien entwickeln, die nicht nur den heutigen, sondern auch den künftigen Betrieb abbilden. Wer auf eine fundierte Logistikplanung und Optimierung setzt, vermeidet teure Nachbesserungen, die entstehen, wenn die Realität das Konzept einholt.

Flexible Lager- und Layoutkonzepte für variable Sortimente

Ein starres Lagerkonzept und ein variables Sortiment passen nicht zusammen. Das Ziel ist ein Layoutkonzept, das Veränderungen absorbieren kann, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen.

Zonenkonzepte und modulare Strukturen

Bewährt haben sich Zonenkonzepte, bei denen der Lagerbereich in funktionale Abschnitte unterteilt wird. Schnelldreher, Saisonware und Sonderartikel erhalten eigene Zonen mit angepasster Lagertechnik. Innerhalb dieser Zonen ermöglichen modulare Regalsysteme eine einfache Umrüstung, wenn sich Abmessungen oder Mengen ändern.

Flächenreserven und Expansionspuffer

Bei der Layoutplanung sollte von Anfang an Platz für Wachstum und Veränderung eingeplant werden. Das bedeutet nicht, Fläche zu verschwenden, sondern Reserveflächen strategisch zu positionieren, sodass sie im Bedarfsfall ohne größere Umbaumaßnahmen aktiviert werden können. Auch die Verkehrswege im Lager sollten so dimensioniert sein, dass sie verschiedene Transportmittel und Handlingszenarien zulassen.

Technologie- und Systemauswahl bei hoher Sortimentsvariabilität

Die Wahl der richtigen Lagertechnik und Fördertechnik ist bei einem variablen Sortiment besonders anspruchsvoll. Systeme, die für ein homogenes Sortiment optimiert sind, stoßen schnell an ihre Grenzen, wenn sich Artikelgrößen, Gewichte oder Umschlagsfrequenzen stark verändern.

Grundsätzlich gilt: Je heterogener das Sortiment, desto flexibler sollten die eingesetzten Systeme sein. Automatisierte Kleinteilelager eignen sich gut für standardisierte Artikel mit hoher Umschlagshäufigkeit, sind aber weniger geeignet für sperrige oder unregelmäßig geformte Produkte. Manuelle oder semiautomatische Lagersysteme bieten mehr Anpassungsfähigkeit, erfordern aber einen höheren Personalaufwand.

Beim Lagerverwaltungssystem (LVS) ist darauf zu achten, dass es Sortimentsveränderungen abbilden kann, ohne dass jede Anpassung einen aufwendigen IT-Eingriff erfordert. Parametrisierbare Systeme mit offenen Schnittstellen sind hier klar im Vorteil gegenüber starren Insellösungen.

Häufige Planungsfehler und wie man sie vermeidet

Bei der Planung von Lagerlogistik für variable Sortimente wiederholen sich bestimmte Fehler immer wieder. Wer sie kennt, kann sie gezielt vermeiden.

  • Planung auf Basis des Ist-Zustands: Wer nur den aktuellen Sortimentsstand analysiert, plant für die Vergangenheit. Szenarien für die nächsten drei bis fünf Jahre sollten in die Konzeptentwicklung einfließen.
  • Unterschätzung der Spitzenlasten: Saisonale Hochphasen oder Aktionsgeschäfte können den normalen Lagerbetrieb um ein Vielfaches übersteigen. Diese Spitzen müssen in der Kapazitätsplanung berücksichtigt werden.
  • Zu frühe Festlegung auf Technik: Wenn das Konzept noch nicht steht, sollte keine Systemauswahl getroffen werden. Die Technik folgt dem Konzept, nicht umgekehrt.
  • Fehlende Schnittstellenplanung: Lagertechnik, Fördertechnik und IT-Systeme müssen aufeinander abgestimmt sein. Medienbrüche zwischen Systemen kosten Zeit und verursachen Fehler.
  • Kein Puffer für Veränderungen: Wer die Kapazität bis auf den letzten Platz ausplant, hat keinen Spielraum mehr, wenn das Sortiment wächst oder sich verändert.

Wann sich externe Logistikberatung lohnt

Viele Unternehmen verfügen intern über gutes operatives Wissen, aber nicht über die Planungserfahrung, die für ein komplexes Intralogistikprojekt nötig ist. Das ist kein Mangel, sondern eine realistische Einschätzung: Intralogistikplanung ist ein spezialisiertes Feld, das Methodenwissen, Erfahrung mit verschiedenen Systemen und die Fähigkeit zur neutralen Bewertung erfordert.

Externe Logistikberatung lohnt sich besonders dann, wenn:

  • das Projekt eine erhebliche Investitionssumme umfasst und Fehlentscheidungen teuer wären
  • intern keine ausreichende Kapazität für die Planungsarbeit vorhanden ist
  • eine herstellerunabhängige Bewertung von Systemen und Anbietern gefragt ist
  • das Sortiment so komplex oder dynamisch ist, dass Standardlösungen nicht greifen
  • eine Ausschreibung und Vergabe professionell begleitet werden soll

Ein externer Berater bringt nicht nur Planungskompetenz mit, sondern auch Marktkenntnis und die Erfahrung aus vergleichbaren Projekten. Das beschleunigt den Prozess und reduziert das Risiko von Fehlentscheidungen erheblich.

Wie IbH bei der Intralogistikplanung für variable Sortimente hilft

Genau für diese Herausforderungen sind wir als IbH Schepper der richtige Ansprechpartner. Als herstellerunabhängige Logistikberater begleiten wir Unternehmen von der ersten Analyse bis zur technischen Abnahme, ohne an bestimmte Systemhersteller gebunden zu sein. Das bedeutet: Sie bekommen eine Empfehlung, die zu Ihrem Betrieb passt, nicht zu einem Produktkatalog.

Konkret unterstützen wir Sie bei:

  • Fundierter Datenanalyse auf Basis Ihrer Artikelstamm-, Bestands- und Auftragsdaten
  • Entwicklung flexibler Lager- und Layoutkonzepte, die Sortimentsschwankungen einkalkulieren
  • Neutraler Systemauswahl und Ausschreibung geeigneter Lager- und Fördertechnik
  • Logistischer Detailplanung und Schnittstellenkoordination zwischen Technik und IT
  • Objektüberwachung und technischer Abnahme nach FEM-Richtlinien

Mit über 45 Jahren Erfahrung in der Intralogistikplanung wissen wir, worauf es ankommt, wenn das Sortiment nicht stillsteht. Wenn Sie Ihr Projekt mit uns besprechen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf das Gespräch.

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