Wie plane ich einen neuen Logistikstandort?

Marko Schepper ·
Logistikberater zeichnet Grundriss auf Zeichentisch, umgeben von Miniatur-Lagerregalen und Gabelstapler-Modellen im modernen Planungsbüro.

Einen neuen Logistikstandort zu planen, ist ein komplexes Vorhaben, das weit mehr umfasst als die Wahl eines geeigneten Grundstücks. Von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme durchläuft ein solches Projekt zahlreiche Phasen, in denen jede Entscheidung die nächste beeinflusst. Wer einen neuen Logistikstandort strukturiert plant, spart langfristig Zeit und Kosten und vermeidet teure Nachbesserungen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, worauf es bei der Standortplanung Logistik wirklich ankommt.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Standortplanung

Bevor konkrete Planungsschritte beginnen, braucht es eine klare Grundlage. Die wichtigste Frage lautet: Was soll der neue Standort leisten, heute und in den nächsten Jahren? Unternehmen, die diese Frage zu spät stellen, planen häufig an ihren tatsächlichen Anforderungen vorbei.

Zu den zentralen Voraussetzungen gehören eine realistische Bestandsaufnahme der aktuellen Intralogistik, eine Prognose für Wachstum und Sortimentsveränderungen sowie ein klares Bild der Materialflüsse. Auch rechtliche und infrastrukturelle Rahmenbedingungen des Standorts, wie Verkehrsanbindung, Flächenverfügbarkeit und baurechtliche Vorgaben, müssen frühzeitig geprüft werden. Wer diese Vorarbeit sorgfältig leistet, schafft die Basis für alle weiteren Planungsschritte.

Datenanalyse als Fundament der Logistikplanung

Eine solide Datenanalyse ist das Fundament jeder erfolgreichen Logistikplanung. Ohne belastbare Zahlen entstehen Konzepte, die auf Annahmen statt auf Fakten basieren, mit entsprechend unsicherem Ergebnis.

Relevante Daten umfassen unter anderem Artikelstammdaten, Auftragsstrukturen, Lagerbewegungen, Durchsatzmengen und saisonale Schwankungen. Je detaillierter und vollständiger diese Informationen vorliegen, desto präziser lassen sich Lagerbereiche, Fördertechnik und Prozesse dimensionieren. Eine fundierte Datenanalyse deckt außerdem Schwachstellen in bestehenden Prozessen auf, die beim Aufbau des neuen Standorts vermieden werden können.

Praktisch bedeutet das: Daten sollten idealerweise über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten vorliegen, um Saisonalitäten abzubilden. Fehlende oder inkonsistente Daten müssen vor der Auswertung bereinigt werden, da sie sonst zu falschen Schlussfolgerungen führen. Die Datenanalyse ist damit kein einmaliger Schritt, sondern ein iterativer Prozess, der die gesamte Planungsphase begleitet.

Layoutplanung und Konzeptentwicklung für den neuen Standort

Auf Basis der Datenanalyse entsteht das eigentliche Logistikkonzept, und damit beginnt die Layoutplanung. Hier werden Lagerbereiche, Fördertechnik, Kommissionierzonen, Warenein- und Warenausgang sowie Verkehrswege innerhalb des Gebäudes definiert.

Vom Grobkonzept zur Detailplanung

Die Konzeptentwicklung verläuft typischerweise in zwei Stufen: Zunächst entsteht ein Grobkonzept mit mehreren Varianten, die hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und Betriebssicherheit bewertet werden. Die bevorzugte Variante wird anschließend zur logistischen Detailplanung weiterentwickelt, in der Flächenbedarfe, Regalsysteme, Fördertechnik und IT-Anforderungen konkret ausgearbeitet werden.

Flexibilität von Anfang an einplanen

Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Skalierbarkeit des Layouts. Ein Logistikstandort, der heute optimal dimensioniert ist, muss in fünf Jahren nicht zwangsläufig noch passen. Deshalb lohnt es sich, von Beginn an Erweiterungsflächen, modulare Regalsysteme und flexible Fördertechnik einzuplanen. Das erhöht die Investitionssicherheit erheblich.

Für die Layoutplanung und Optimierung der Intralogistik gilt außerdem: Das Layout folgt dem Prozess, nicht umgekehrt. Wer erst das Gebäude festlegt und dann versucht, die Prozesse anzupassen, schränkt sich unnötig ein.

Ausschreibung, Vergabe und Projektbegleitung

Sobald das Konzept steht, folgen Ausschreibung und Vergabe der benötigten Systeme und Gewerke. Diese Phase ist anspruchsvoller, als viele Unternehmen erwarten, denn die Qualität der Ausschreibungsunterlagen entscheidet maßgeblich über die Vergleichbarkeit der Angebote.

Eine strukturierte Ausschreibung enthält klare technische Anforderungen, Leistungsbeschreibungen und Bewertungskriterien. Nur so lassen sich Angebote verschiedener Anbieter sachlich vergleichen und fundierte Vergabeentscheidungen treffen. Herstellerneutralität ist dabei ein wichtiges Prinzip: Wer nicht an einen bestimmten Anbieter gebunden ist, kann das wirtschaftlich und technisch beste Angebot auswählen.

Die anschließende Projektbegleitung, also die Objektüberwachung während der Umsetzung, stellt sicher, dass Planung und Ausführung übereinstimmen. Abweichungen werden frühzeitig erkannt und korrigiert, bevor sie zu kostspieligen Problemen werden. Am Ende steht die technische Abnahme, bei der geprüft wird, ob alle Systeme die vereinbarten Leistungsparameter erfüllen.

Häufige Planungsfehler und wie man sie vermeidet

Auch gut gemeinte Planungsprojekte scheitern manchmal an vermeidbaren Fehlern. Die Kenntnis der häufigsten Stolpersteine hilft, sie rechtzeitig zu umgehen.

  • Unvollständige Datenbasis: Planung auf Basis unvollständiger oder veralteter Daten führt zu falschen Dimensionierungen. Eine sorgfältige Datenerhebung und -bereinigung vor Planungsbeginn ist deshalb unverzichtbar.
  • Zu kurzfristiger Planungshorizont: Wer nur den heutigen Bedarf plant, baut einen Standort, der in wenigen Jahren bereits zu klein ist. Wachstumspotenziale und Sortimentsveränderungen sollten immer einbezogen werden.
  • Fehlende Prozessorientierung: Ein ansprechendes Layout nützt wenig, wenn es die tatsächlichen Materialflüsse nicht abbildet. Prozesse müssen vor dem Layout definiert werden.
  • Unterschätzter Planungsaufwand: Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Zeit und Ressourcen eine sorgfältige Standortplanung erfordert. Wer zu früh in die Umsetzung drängt, riskiert Planungslücken.
  • Keine neutrale Begleitung: Wer Planung und Beschaffung in einer Hand konzentriert, verliert die Möglichkeit einer objektiven Bewertung. Eine unabhängige Logistikberatung schützt vor Interessenkonflikten.

Diese Fehler lassen sich durch strukturiertes Vorgehen und eine klare Trennung der Planungsphasen weitgehend vermeiden.

Mit professioneller Logistikberatung zum Turnkey-Projekt

Ein Turnkey-Projekt bedeutet: Der neue Logistikstandort wird schlüsselfertig übergeben, alle Gewerke sind koordiniert, getestet und abgenommen. Das klingt nach einem hohen Anspruch, ist aber mit der richtigen Begleitung erreichbar.

Der Weg dorthin führt über alle beschriebenen Phasen: von der Datenanalyse über die Konzeptentwicklung und Layoutplanung bis zur Ausschreibung, Vergabe und Objektüberwachung. Entscheidend ist, dass alle Phasen aufeinander aufbauen und konsequent dokumentiert werden. So entsteht kein Flickenteppich aus Einzelentscheidungen, sondern ein durchdachtes Gesamtkonzept.

Professionelle Logistikberatung schafft dabei einen wichtigen Mehrwert: Sie bringt Erfahrung aus vielen vergleichbaren Projekten ein, kennt typische Fallstricke und kann Planungsalternativen objektiv bewerten. Das spart nicht nur Zeit, sondern schützt auch vor teuren Fehlentscheidungen, die sich erst nach der Inbetriebnahme zeigen.

Wie IbH Sie bei der Planung eines neuen Logistikstandorts unterstützt

Wir bei IbH Schepper begleiten Unternehmen durch alle Phasen der Standortplanung, herstellerunabhängig, ganzheitlich und mit über 45 Jahren Erfahrung in der Intralogistik. Unser Ansatz beginnt mit einer fundierten Datenanalyse und führt über die Konzeptentwicklung bis zur technischen Abnahme nach FEM. Was das konkret bedeutet:

  • Strukturierte Aufnahme und Analyse Ihrer Bestands- und Bewegungsdaten
  • Entwicklung und Bewertung mehrerer Layoutvarianten für Ihren neuen Standort
  • Neutrale Ausschreibung und Vergabe ohne Bindung an bestimmte Hersteller oder Systemanbieter
  • Objektüberwachung und technische Abnahme während der gesamten Umsetzungsphase
  • Begleitung bis zur schlüsselfertigen Übergabe Ihres neuen Logistikstandorts

Wenn Sie einen neuen Logistikstandort planen oder Ihre bestehende Intralogistik weiterentwickeln möchten, sprechen Sie uns gerne an. Auf unserer Kontaktseite finden Sie alle Möglichkeiten, um ein unverbindliches Erstgespräch zu vereinbaren. Wir freuen uns darauf, Ihr Vorhaben gemeinsam mit Ihnen anzugehen.

Ähnliche Artikel